“Zum Glück für uns wollen all diese Leute nach Deutschland.”

Im Atlas von Frau Merkel sind Syrien und Nordafrika die Nachbarn von Deutschland. Hier sind neun sehenswerte, unaufgeregte Minuten aus einem Land, das es gar nicht gibt – (Transkript unten)

Bulgarisches Fernsehen über Flüchtlingskrise (Youtube Link). Danke an Vladtepesblog für das Untertiteln auf Deutsch.

Hier der vollständige Text:

Lassen Sie uns auch Herrn Bardarov hören, der unserer Diskussion bislang still zugehört hat, von der Höhe seiner Warte aus, als Mann des geschriebenen Wortes, eines Demographen, wie er diesen Prozess sieht – eine gewöhnliche Flüchtlingskrise, oder einen Wechsel der Zivilisation, und was können wir, Bulgaren, über uns selbst lernen aus dieser Krise?

Bardarov: Meiner Meinung nach beobachten wir seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts globale Veränderungen, und das ist nicht irgendein vorübergehendes Phänomen.
Was mich verblüfft sind andere Prozesse: dass Europa sich unvorbereitet für diese Flüchtlingswelle gezeigt hat, in Anbetracht der Daten der UN und von Eurostat, die ich vor vier Jahren für meine Monographie — ”Immigration, Konflikte und Transformation von Identitäten in der EU”. Die UN haben schon 2007 eine Tabelle veröffentlicht, die 1,5 Millionen Immigranten pro Jahr vorhersagt, 1,2 Millionen aus Asien und 377.000 aus Afrika jedes Jahr.

Wenn dies wirklich jedes Jahr geschieht, wenn es so viele wie letztes Jahr sind,
dann bedeutet dies, dass es Mitte des Jahrhunderts ungefähr 60 Millionen neue Immigranten sind, und zusammen mit denen, die schon auf dem Kontinent leben, und ihrer hohen Geburtenrate, ergibt das ungefähr 100 Millionen Mitte des 21. Jahrhunderts. Wir werden also tatsächlich Zeugen eines globalen Wandels.

“…dass es Mitte des Jahrhunderts ungefähr 60 Millionen neue Immigranten sind, und zusammen mit denen, die schon auf dem Kontinent leben, und ihrer hohen Geburtenrate, ergibt das ungefähr 100 Millionen Mitte des 21. Jahrhunderts”

Es ist nicht ohne Beispiel in der Weltgeschichte — man muss sich nur die Völkerwanderung vor Augen führen, als die antike Welt von barbarischen Stämmen besiedelt wurde, oder die Besiedlung der Neuen Welt durch Europäer im 19. und 20. Jahrhundert. Es gab also oft die Ersetzung von Bevölkerungen an unterschiedlichen Orten der Welt.

Dies ist tatsächlich eine Bedrohung aus der Perspektive Europas und des Christentums, aber es ist ein Vorgang, den es so schon gab, und der Kausalzusammenhängen unterworfen ist — das Kolonialsystem, die unterdrückte Entwicklung dieser Territorien… Ich denke auch, dass dieser Migrationsdruck anhalten wird, um den Druck aus Afrika noch gar nicht zu erwähnen, der noch nicht ganz entfesselt ist —

Sie haben bislang über asiatische Länder gesprochen. Die Situation in Afrika —

Bardarov: Ich will Uganda als Beispiel nehmen – es hatte 2001 eine Bevölkerung von 24 Millionen und sieht sich Trinkwasserknappheit gegenüber. Die UN sagt ein Bevölkerungswachstum von 302% bis 2050 voraus.
Ich habe die Demographie-Abteilung der UN kontaktiert, denn als ich diese Zahl sah, dachte ich, das sei unmöglich — 302%. Sie antworteten mir, dass die Zahl korrekt sei — sie werden Mitte des Jahrhunderts 100 Millionen sein. —

Uganda? Von 24 auf…? —

Bardarov: 100, in nur 50 Jahren. Und sie sehen sich jetzt einer Trinkwasserknappheit gegenüber. Was wird geschehen?!  Dieses sind also wirklich globale… —

Die afrikanische Route führt vor allem durch Italien?

Bardarov: Durch Italien und durch Spanien. Gibraltar und Malta auch.

Wir werden auf dieses Thema gleich zurück kommen.
Nun werden wir die “Kleine Geschichte” eines Postboten sehen, der im Dorf Golyam Dervent lebt, an unserer Südgrenze [mit der Türkei] ganz am äußersten Rande der Europäischen Union —ein Dorf, das sich in den letzten Jahren an die sich wandelnden Gesichter der Flüchtlinge gewöhnt hat. [Der Einspieler ist nicht im Clip]
Ein sehr interessantes Zeugnis von den Menschen in einem kleinen Dorf in der EU.
Ich würde gerne Ihren Kommentar hören, Herr Bezlov.

Bezlov: Meine Gedanken sind, dass, wie Sie sehen, der normale Mensch nicht feindselig ist, er meint es gut, in vielerlei Hinsicht.
Das Problem ist der übliche Ruf “Nach Sofia”. Dort liegt das Risiko, denn die beidseitigen Vorfälle zwischen sowohl Nationalisten als auch Migranten ereigneten sich in Sofia.Dort können wir wirkliche Konflikte beobachten, die, über längere Sicht… Nun, wir haben über das Thema Zusammenstoß der Zivilisationen gesprochen —Genauer gesagt, die islamische Demographie, die in vielerlei Hinsicht… Was jetzt geschieht hat nicht 2013 begonnen, auch nicht mit der Syrienkrise 2011. Dies ist die Politik der islamischen Staaten Europa gegenüber seit Ende der 80er Jahre.

“Was jetzt geschieht hat nicht 2013 begonnen, auch nicht mit der Syrienkrise 2011. Dies ist die Politik der islamischen Staaten Europa gegenüber seit Ende der 80er Jahre.”

Aber die Veränderung, die sichtbare Veränderung – und übrigens, das ist 2015 innerhalb eines Monates geschehen in Deutschland — von 65% Zustimmung, Umfragen zufolge, von “Willkommen” zu einer deutlichen Veränderung in die entgegengesetzte Richtung, –

Und der Aufstieg der äußeren Rechten.

Bezlov: Was also in Deutschland passiert ist, und nicht nur in Deutschland, auch in Schweden und überall in Nord- und Westeuropa, hat die Situation völlig verändert, und ich denke, dass, leider… Konflikte zu erwarten sind dort, wo die Zivilisationen aufeinander stoßen, und wir sind einer dieser Orte an der Bruchlinie.

“ich denke, dass, leider Konflikte zu erwarten sind dort, wo die Zivilisationen aufeinander stoßen, und wir sind einer dieser Orte an der Bruchlinie.”

Lassen Sie uns Herrn Bardarovs Erwartungen hören. Wie wird dies die bulgarische Gesellschaft betreffen?

Bardarov: Ich denke, dass die Bulgaren insgesamt die toleranteste ethnische Gruppe auf dem Balkan sind, basierend auf der Demographie, und auf den Umfragen, die ich durchgeführt habe.

Sind sie das, immer noch?

Bardarov: Ja, immer noch. Ich stimme völlig zu, dass normale Leute nicht negativ eingestellt sind, es ist nur so, dass, unter viel höherem Migrationsdruck, und der Eskalation von Konfliktsituationen, sich diese Einstellung ändern wird.
Auch ich erwarte leider Konflikte und Zusammenstöße. Es gibt viele in Europa, leider – was in Köln in der Silvesternacht geschehen ist, ist noch nie dagewesen, aus dieser Perspektive verheißt die Zukunft also nichts Gutes.

Zuletzt, eine Frage an unsere Sicherheitsexperten. Wissen Sie, wie hoch die Gebühr für die Durchreise durch Bulgarien ist?

Ich kann Ihnen sagen, was die afghanischen Migranten… — Sie zahlen oft in Istanbul oder Kabul, um nach Deutschland gebracht zu werden.

Ich habe mit afghanischen Migranten in …

— diese paar hundert Euro, die der Schlepper bekommt, oder zahlt, um das Land zu durchqueren, ist Teil des “Pakets”. Die Flüchtlinge zahlen nicht an der Grenze.

Zu Ihrer Information, und für die Zuschauer, die Migranten in der Innenstadt von Belgrad, die dort fest sitzen, weil Ungarn die Grenze blockiert, ich habe mit vielen von ihnen gesprochen, sie sind alle zwischen 17 und 22 Jahren alt — nicht einer war älter, ich konnte niemanden finden, der 25 oder 27 war. Keine einzige Frau, obwohl ich zwei Tage dort war. Sie alle sagten, dass sie 10.000 US Dollar gezahlt hatten, um von Afghanistan nach Serbien zu gelangen, 2.000 davon in Bulgarien. 

Das ist die Gebühr, mehr oder weniger. Es gibt jedoch auch noch eine andere Version — die, die nicht zahlen können, schmuggeln Drogen.

Es gab diese Versuche, aber das schafft andere Risiken, die Schlepper selbst finden es riskant, die Strafen sind ganz anders; darum glaube ich, dass es diese Versuche nicht mehr gibt.

Bezlov: Der große Unterschied ist, dass man in dem einen Fall für 15 oder 10 Jahre ins Gefängnis gehen kann, und in dem anderen mit Auflagen davonkommt.

Es hat sich herausgestellt, dass sie Sachen bei sich trugen die wie Drogen aussahen, so dass sie festgehalten werden konnten…

Die Risiken der Zukunft, einem Kriminologen zufolge—

Bezlov: Nun, für mich ist es nicht so sehr das kriminelle, sondern das soziale Risiko, das viel größer ist.

Denn wenn Sie, wie zum Beispiel in Schweden, 300.000 Leute aus einer völlig unterschiedlichen Kultur haben, wie der islamischen, die, nebenbei gesagt, dem Staat gegenüber feindselig eingestellt ist — die islamische Familie will nicht, dass ihre Mitglieder, die Kinder, mit dem Staat kooperieren.

“…für mich ist es nicht so sehr das kriminelle, sondern das soziale Risiko, das viel größer ist. Denn wenn Sie, wie zum Beispiel in Schweden, 300.000 Leute aus einer völlig unterschiedlichen Kultur haben, wie der islamischen, die, nebenbei gesagt, dem Staat gegenüber feindselig eingestellt ist. Wenn Sie eine solche Kultur haben — 300.000 in einer Bevölkerung von neun Millionen – Ich meine, das Risiko ist enorm.”

Wenn Sie eine solche Kultur haben — 300.000 in einer Bevölkerung von neun Millionen,

Angesichts des Geburtentrends, den Herr Bardarov beschrieben hat —

Bezlov: Ja. Ich meine, das Risiko ist enorm.

Zum Glück für uns wollen all diese Leute, wie Sie sehen, nach Deutschland.
Das Problem ist, wenn sie stecken bleiben. Wir haben das beobachtet, wenn sie stecken bleiben, sogar vor 2013.

Wir werden über das soziale Risiko wahrscheinlich ein andermal diskutieren.

Danke, dass Sie hier waren.

Danke, dass Sie dieser Konversation nicht ausgewichen sind. Das ist alles für heute. Um uns nicht dem Vorwurf auszusetzen, dieses extrem sensible Thema für unsere Gesellschaft zu manipulieren, überlassen wir es Ihnen, Ihre Schlussfolgerungen zu ziehen. Bis zum nächsten Wochenende.